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Jan "Janni" Iden (spielte von 1959-74 für den Phönix Lübeck in der Oberliga, Regionalliga und Verbandsliga)

Der LBV Phönix spielte in den fünfziger Jahren 3 Spielzeiten (57-60) in der damaligen Oberliga Nord mit Mannschaften wie dem HSV, Werder Bremen, Eintracht Braunschweig, Hannover 96, FC St. Pauli u.a. . Ich durfte in meinem 1. Jahr bei den Herren am Training der Liga teilnehmen und kam in 3 Punktspielen und vielen Freundschaftsspielen zum Einsatz (Phönix hatte damals eine Flutlichtanlage. Unvergessen ist das Spiel gegen den HSV auf dem Hamburger Rothenbaum. Morgens hatte ich noch Schulunterricht und um 14:00 Uhr war der Anpfiff in Hamburg. Leider blieb es das letzte Duell gegen den HSV, denn diese Saison stiegen wir in die Landesliga Schleswig-Holstein ab.

Nachfolgend der Spielbericht aus den Lübecker Nachrichten vom 08.02.1960, Horst Frese


Ersatzgeschwächter Phönix ohne Chance - Wulf als Außenläufer ausgezeichnet
Junge Lübecker Talente brauchen Erfahrung - Söchtig musste Tore halten

Einem 6:1 und 3:2 in den bisherigen Meisterschaftsspielen gegen den LBV Phönix am Rothenbaum ließ der diesmal mit Horst Dehn als linkem Verteidiger (!) angetretene HSV ein glattes 5:0 folgen. Ohne Torhüter Krämer (grippekrank), die verletzten Reinhold Ertel und Drews sowie den erkrankten Dretzler stand der Phönix bei seimem dritten Besuch am Rothenbaum seit Zugehörigkeit zur Oberliga Nord von vornherein auf verlorenem Posten. Da auch Trainer Westphals Sohn nicht zur Verfügung stand, mussten die Gäste aus der Marzipanstadt auf die 18-jährigen Amateure Jan Iden und Eberhard Müller zurückgreifen und Söchtig (19) erstmals in dieser Saison ins Tor stellen. Sie erbrachten den Beweis ihrer Begabung, vor allem Iden, ohne indes die Stammkräfte gleichwertig ersetzen zu können. So kam es, wie es kommen musste: Und der Phönix sollte dieses 0:5 deshalb auch weiter nicht tragisch nehmen.



HSV: Schnoor - Krug, Dehn - Werner, Meinke, Dieter Seeler - Reuter, Stürmer, Uwe Seeler, Wulf, Neisner (ohne Gert Dörfel, der gegen St. Pauli wieder dabei sein wird!)

LBV Phönix: Söchtig - Mielenz, Eckhorst - Prehn, Neupert, Iden - Müller, Garstecki, Hartz, Ladewig, Galle

Tore: 1:0 Wulf 16. Minute (einen im Strafraum abgegebenen Schrägschuß -etwa in Brusthöhe - ließ Söchtig überrraschend ins Netz gleiten); 2:0 Uwe Seeler 24. Minute (einen Schuß von Reuter konnte Söchtig nicht festhalten, er lenkte den Ball dem frei heranlaufenden HSV-Mittelstürmer direkt vor den einschussbereiten rechten Fuß); 3:0 Uwe Seeler 37. Minute ( als Neupert den "Dicken" nicht sorgfältig genug markierte, ließ dieser plötzlich einen Flachschuß vom Stapel, bei dem sich Söchtig die berühmte Zehntelsekunde zu spät warf); 4:0 Stürmer 61. Minute ( ein Innenrist-Zuspiel von Reuter nahm der Halbrechte direkt und schoß sehr placiert in die Ecke, ein feines Ror!); 5:0 Uwe Seeler 80. Minute ( nach einer Gemeinschaftsarbeit mit seinem Bruder Dieter servierte dieser dem ungedeckten Mittelstürmer eine genaue Vorlage, die von Uwe unhaltbar verwandelt wurde).

Schiedsrichter: Peschke (Hannover) hatte bei der betont fairen Einstellung beider Mannschaften ein leichtes Amt.

Zuschauer: 6000 bis 7000 am Sonnabend

"Ein schönes Spiel, das mir wirklich gefallen hat", sagte nach Schluß der 90 Minuten Hamburgs ehemaliger deutscher Meister der Berufsboxer, der kaum bei einem HSV-Spiel fehlende Carl Sahm. Mit dieser Ansicht dürfte er nicht allein gestanden haben, denn trotz der schwierigen Bodenverhältnisse (der hartgefrorene Rasen war stellenweise tückisch glatt) bemühten sich beide Mannschaften um eine ausgeprägte spielerische Linie unter Zurückstellung übertriebenen körperlichen Einsatzes.
Daß die Lübecker spielen können, haben sie oft genug bewisen. Auch schon am Rothenbaum. Ich denke da an das am 20. September 1958 ausgetragene Spiel, das die "Adlerträger" nach einer vortrefflichen Gesamtleistung knapp mit 2:3 verloren. In der Anlage ihres Spieles konnten sie auch diesmal bis auf die letzten 20 Minuten durchaus zufrieden stellen, denn es wurde nie planlos gebolzt.
Bereits nach vier Minuten hatte der HSV die erste Großchance: der zurückgelaufene Galle hatte durch eine überflüssige Fummelei das Leder an Stürmer verloren. Als Neupert den Versuch unternahm, den HSVer zu stören, schlug er der Länge nach hin, so dass der Halbrechte freistehend wuchtig schoß, doch der zum ersten Male in dieser Spielzeit in einem Meisterschaftstreffen für Phönix das Tor hütende Söchtig versperrte mit einer mutigen Parade den Einlaß.
Bis zum nach 16 Minuten von Wulf erzielten Führungstreffer hatten dann die Lübecker ein leichtes Übergewicht (!), sie hätten bei etwas mehr Glück sogar 2:0 führen können!
Nach genau zehn Minuten hatte der erstaunlich selbstbewusst und vor allem in der ersten halben Stunde durch gute Übersicht, Ballbehandlung und Sichlösenkönnen hervortretende Hartz (ebenfalls erst 20!) in Höhe des Strafraums aus der Drehung heraus mit Links einen nicht zu berechnenden Schuß abgegeben, der nur ganz knapp am Pfosten vorbeistrich, und zwei Minuten später traf der gleiche Spieler, diesmal von der rechten Seite kommend und Dieter Seeler geschickt ausschaltend, mit einem kurz vor dem Tor aufsetzenden Außenspannschuß nur den Pfosten!
Das waren zwei dicke Gelegenheiten, die vielleicht verwandelt, den Spielausgang anders beeinflusst hätten!
In der zweiten Hälfte hatte der vor allem nach der Pause sehr fleißige und einsatzfreudige ehemalige HSVer Galle mit zwei prächtigen Schüssen Schnoor einige Mühe bereitet, aber selbstverständlich hatten die Rothosen auch mehrere Tormöglichkeiten. Besonders in der 75. Minute, als Diter Seeler nach einer Täuschung placiert köpfte, doch der begabte, aber noch nicht ausgereifte Söchtig famos reagierend den Kopfball fing.
Nach 25 Minuten tauschten beim HSV wegen einer Rückenverletzung Dieter Seeler und Peter Wulf die Plätze. Von diesem Zeitpunkt bis zum Seitenwechsel lieferte vor allem der Garstecki konsequent beschattende Wulf eine gute Partie. Vielleicht liegt die Zukunft dieses begabten, aber als Stürmer zu wenig explosiven Spielers in der Läuferreihe. Eventuell wäre er eines Tages der gegebene Nachfolger für Meinke, wenn der HSV-Kapitän einmal zurücktritt. Einen Mann wie Dehn, der Fußballverstand besitzt, wird vermutlich auf keinem Posten versagen. Auch als linker Verteidiger kam er, gegen einen Liganeuling allerdings, durchaus gut zur Geltung, weil er ebenso wie der in der letzten Viertelstunde oft im gegnerischen Strafraum auftauchende und zu den besten HSVern zählende Krug von hinten aufbaute. In der Verbindung jedoch dürfte Dehn für seine Mannschaft wertvoller sein.
Am stärksten war der Nordmeister in der letzten Viertelstunde, in der er mit seinem Gegner wie die Katze mit der Maus spielte und in der vor allem Jürgen Werner mehrfach vom rechten Flügel her Angriffe einfädelte. Ohne Glück operierte Klein-Neisner. Er muß ständig aufgestellt werden, wenn er seine Fähigkeiten voll ausschöpfen soll.
Bei Phönix (ein stets fair spielender, anständiger Verlierer!) überragte Neupert (trotz Kopfschmerzen) seine Mitspieler, von denen Galle stärker als in den bisherigen Hamburger Spielen seines Klubs in dieser Saison war. Zu beachten: der in seiner Haltung ein wenig an Ertel erinnernde Iden!

Wie gesagt: mit dieser Verlegenheitself ist das 0:5 für die sympathischen Lübecker kein "Beinbruch", zumal sie trotzdem recht gut gespielt und gefallen hat!

Link zur Abschlusstabelle Saison 59/60 :  
http://vfb-luebeck.de/index.php?seid=8886 

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Raoul Haagen(spielte von 1984-88 für den Phönix Lübeck in der Verbandsliga)

Für uns war das Spiel ohne Bedeutung und für den VfB ein Einspielen auf die Oberliga-Aufstiegsrunde. Hier konnte der VfB den Aufstieg leider nicht perfekt machen, da das letzte Spiel gegen Bremerhafen verloren wurde; ein Unentschieden hätte gereicht.

Man wusste zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, dass dies das vorerst letzte Spiel auf Augenhöhe war. Phönix stieg in der Folgesaison ab, da die Mehrzahl der Spieler den Verein verließen und anderweitig ihr Glück versuchten.

Nachfolgend der Spielbericht aus den Lübecker Nachrichten vom 17.05.1988, Peter-Wulf Dietrich


Meisterschaft wird am Sonnabend gegen TuS Hoisdorf entschieden

Lübeck. Die Lohmühle stand kopf! 12 Tore gab es in einem Lübecker Fussball-Derby noch nie. Der VfB siegte vor "nur" 2600 Zuschauern 7:5 (2:2) gegen Phönix. So kommt es am Sonnabend in Bad Oldesloe zu einem Finale um die Verbandsliga-Meisterschaft gegen Hoisdorf.

"So ein Tag, so wunderschön wie heute", sangen nachher die VfB-Fans. Sie durften sich an den vielen schönen Toren freuen, weil beide Mannschaften offensiv spielten. Trotzdem: Die fünf Gegentore machen im Hinblick auf die Aufstiegsrunde nachdenklich. " Wenn die VfB-Abwehr stärker wird, steigt die Mannschaft auf", meinte Phönix-Obmann Peter Kremer. " Wir hatten über die gesamte Saison die stärkste Abwehr der Liga. Warum sollten wir uns nun vor der Aufstiegsrunde darüber Gedanken machen? " entgegnete VfB-Trainer Peter Nogly.
Phönix ging durch einen verwandelten Foulelfmeter von Anders (Dalinger an Häring) in der vierten Minute in Front. Jeschke glich nach einem Freistoß aus (8.). Jonasson spitzelte Torhüter Wessel und Haase den Ball weg, schob zur erneuten Phönix -Führung ein (24.). Mit seinem 25. Saisontor schaffte Jeschke das 2:2 (30.).
Nach der Pause ging es weiter Schlag auf Schlag. Cekala schoß den VfB erstmals nach vorn (46.). Strunck, der beste Spieler bei Phönix, glich aus (56.). Dann musste Kai Häring "marschieren". Er hatte zuvor schon die gelbe Karte gesehen, bekam nun eine Zeitstrafe wegen Meckerns aufgebrummt. Als er an Schiedsrichter Neukirch vorbeiging, tätschelte er dessen Po - Platzverweis.
Mit zehn Spielern kassierte Phönix das 3:4 (71.) durch Behnert und das 3:5 (74.) durch Brunner. Aber Klingbiel mit einem Sonntagsschuss aus 25 m (82.) und Anders (87.) - er spielt in der kommenden Saison beim VfB - schafften noch den Ausgleich. Cekala erlöste den VfB per Kopf mit dem 100. Saisontor (90.), Brunner erhöhte mit seinem 26. Treffer in der Nachspielzeit (93.) noch auf 7:5.

So spielten sie:

VfB Lübeck: Wessel - Haase - Möller, Dalinger, Cekala - Manz. Ahrens (67. Komm), Nimz, Behnert - Jeschke, Brunner

Phönix Lübeck: Seidler - Klingbiel - Lange, Kropp, Kallenbach - Kracht, Strunck, Schaufert, Häring - Anders, Jonasson

Schiedsrichter: Neukirch (Brunsbüttel)


Link zur Abschlusstabelle Saison 87/88 :  http://vfb-luebeck.de/index.php?seid=8914

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Jan "Janni" Iden (spielte von 1959-74 für den Phönix Lübeck in der Oberliga, Regionalliga und Verbandsliga)

Das erste Regionalligajahr 67/68 konnten wir mit einem 5. Platz abschliessen. In dieser Zeit und in den Folgejahren, wie auch in diesem Spiel, gab es immer wieder Spiele mit 5000-10000 Zuschauern. Am Ende der Spielzeit 68/69 wurden Peter Nogly und Siggi Beyer für 175.000 DM Ablösesumme an den HSV abgegeben. Leider konnten sie nicht gleichwertig ersetzt werden. Im Folgejahr wäre Phönix fast abgestiegen. Trainer Ertel mußte seinen Hut nehmen.

Nachfolgend der Spielbericht aus den Lübecker Nachrichten vom 11.11.1968, Emil Simmermacher



Nach toller Schlammschlacht und hervorragendem Tempospiel gab es ein gerechtes 1:1
Dieser Mumme könnte Karriere machen! - Ihde die große Überraschung beim Phönix

Nun weiß man auch in Lübeck, warum dieser VfL Osnabrück, der der in den letzten Wochen schon so oft für Schlagzeilen sorgte, zusammen mit dem FC St. Pauli an der Spitze der Nord-Regionalliga liegt! Was die Niedersachsen auf dem nach einem stundenlangen Regen völlig verschlammten und in der unteren Hälfte mit riesigen Wasserlachen übersäten Platz zeigten, hatte echten Bundesliga-Zuschnitt, war einfach großartig. Und da der LBV Lübeck weit besser als erwartet mithalten konnte, sich kämpferisch selbst übertraf (hat es eigentlich schon einmal eine Phönix-Elf gegeben, die einen solchen Einsatz, einen so großartigen Kampfgeist zeigte?), aber auch spielerisch einiges zu bieten hatte, nach dem 0:1 durch Tripp in der 65. Minute keineswegs resignierte, sondern  noch einmal die Ärmel hochkrempelte, alles nach vorn warf und durch Ihde in der 72. Minute auch noch zum verdienten 1:1 kam, sparten die Zuschauer nicht mit Beifall, Bewunderung und Anerkennung. Ja, in der Schlussphase hatten die Lübecker zweimal sogar noch das
2:1 vor den Füßen ( in der 88. Minute konnte Burose eine Schnauber-Schuß gerade noch zur Ecke abwehren, in der 89. Minute knallte Nogly nach einer Schnauber-Ecke das Leder um Millimeter am Tor vorbei!), aber eine Niederlage hätten die Osnabrücker nach dieser eindrucksvollen Leistung niemals verdient gehabt. Nach dem Abpfiff (einige Spieler waren zu diesem Zeitpunkt so verdreckt, dass man sie kaum noch erkennen konnte!) rissen die Spieler beider Mannschaften die Arme hoch: die Osnabrücker feierten dieses Unentschiden, das sie sich vorgenommen hatten, genauso wie die Phönixer. Das durften sie auch, die Osnabrücker und Lübecker, die schon beim Pausenpfiff beklascht und auch nach dem Schlusszeichen mit Beifall verabschiedet wurden.


Phönix: Stars - Berner, Bordel - Olsen, Hinrichs, Nogly - Schnauber, Beyer, Aido (2. Halbzeit Helffenstein), Ihde, Laloi

VfL Osnabrück: Burose - Diehl, Fesske - Wöbker, Holtgrave, S. Müller - Mumme, G. Müller, Kaniber, Tripp, Baumann

Tore: 0:1 Tripp 65. Min. (drehte eine Linksflanke von G. Müller raffiniert mit dem Kopf ins Tor); 1:1 Ihde 72. Min. (wunderschöner Kopfball nach Flanke von Laloi)

Schiedrichter: Basedow (Hamburg) Er hatte es in diesem verbissen durchgeführten Spiel und bei diesen Bodenverhältnissen nicht leicht. Da können sich dann schon einmal kleine Fehler einschleichen!

Zuschauer: immerhin noch 6500! Bis kurz vor 13 Uhr hatte es noch in Strömen geregnet, erst gegen 13:30 Uhr wurde entschieden, dass die Partie überhaupt durchgeführt wird! Dennoch: dieser Regen kostete Phönix mindestens 2000 weitere Besucher und damit 5000 Mark...

Kein Zweifel: was die beiden Mannschaften auf diesem Boden von der ersten bis zur letzten Minute zeigten, war unwahrscheinlich. Vor diesen Leistungen kann man nur den Hut ziehen!
Vor dem an der Travemünder Allee stehenden Tor plätscherte das Wasser an den seiten knöcheltief! Dort wurde mehr Wasser- als Fußball gespielt. Aber wie die Spieler mit diesen Verhältnissen fertig wurden, wie sie sich förmlich zerrissen - das kam beim Publikum glänzend an. Wann herrschte auf dem Phönix-Platz schon einmal eine solche Stimmung wie diesmal?

Die Osnabrücker haben sich - im Vergleich zum Vorjahr - beinahe um eine ganze Klasse verbessert. In Burose lernte Lübeck einen erstklassigen Torwart kennen (der dreimal jedoch großes Glück hatte, als Bomben von Beyer, Ihde und Nogly nur um Millimeter am Tor vorbeizischten!), der lange Fesske war wohl der größte Kämpfer auf dem Platz, Diehl zog sich gegen Laloi glänzend aus der Affäre. Holtgrave organisierte die Abwehr, hatte mit seinen Schüssen aus der zweiten reihe (und mit seinen Freistößen), jedoch kein Glück.
Das Spiel im Mittelfeld machten Wöbker, S. und G. Müller - und sie machten es ausgezeichnet. Hier hatte der VfL ohne Zweifel ein Plus.
Im Sturm sorgten die beiden Außen für Musik. Toll die Dribblings des (bundesligareifen!) Rechtsaußen Willi Mumme. Dieser 22jährige Student kann große Karriere machen! Hervorragend aber auch Baumann. Tripp machte wieder sein Tor. Und Kaniber, der Torjäger? Er wurde von Ohlsen messerscharf bewacht, konnte seine unbestrittene Gefährlichkeit nur andeuten. Aber er durfte keine Sekunde allein gelassen werden!

Dieser VfL kann (und wird!) seinen Weg machen. Wenn er in diesem Jahr den Bundesliga-Aufsteig nicht schafft - dann wohl nie mehr!

Es ehrt den Phönix, dass er gegen diese Klasseelf so gut mithalten konnte!
Ohne Fehler (bis auf die schwachen Abstöße!) Stars. Berner sahen wir noch nie so gut verteidigen. Und was "putzte" Hinrichs in der Abwehrmitte alles weg! Ohlsen machte seine Sache gegen Kaniber ebenfalls ausgezeichnet.
Die große Überraschung aber war Ihde, sonst Linksaußen, als ungemein fleißiger und wirkungsvoller Mittelfeldspieler. Zusammen mit Nogly, der sich bis zum Umfallen einsetzte, prachtvolle Szenen hatte, sich mit einigen schlechten Pässen dann aber selbst um die Wirkung brachte, riß nach dem 0:1 noch einmal das Steuer herum. Gut auch Schnauber (gegen den starken Fesske) und Helffenstein, der nach der Pause für Aido kam.
Wenn beim Phönix nicht drei Spieler etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben wären (ohne versagt zu haben!) - sie hätten die Partie vielleicht sogar gewonnen! Da wurde der auf diesem Boden langsam wirkende lange Bordel mit dem Dribbelkünstler Mumme nicht fertig, scheiterten aber auch Laloi un der scharf bewachte Beyer an ihrer Schwerfälligkeit.

Wie gesagt: es war für die Bodenverhältnisse ein hervorragendes Spiel voller Rasse und Klasse, gewürzt mit vielen dramatischen Szenen in beiden Strafräumen und vortrefflichen Kombinationszügen.

So müsste Regionalliga-Fußball immer aussehen.

Link zur Abschlusstabelle Saison 68/69 : http://vfb-luebeck.de/index.php?seid=8895

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Jan "Janni" Iden (spielte von 1959-74 für den Phönix Lübeck in der Oberliga, Regionalliga und Verbandsliga

1965/66 wurde eine neue Mannschaft mit vielen jungen Spielern (u.a. Nogly, Hinrichs, Berner, Beyer, Aido u.a.) und einigen älteren (Pollert, Olsen, Iden) aufgebaut. Trainer wurde Reinhold Ertel. Bereits 1966 spielte man um die deutsche Amateurmeisterschaft mit, schied jedoch in der 1. Runde aus. 1966/67 gelang der Durchbruch. Phönix wurde Landesmeister und nahm an der Aufsteigsrunde zur Regionalliga teil. Bereits nach 4 Spieltagen waren wir aufgestiegen (mitbewerber waren Meppen, 1.FC Wolfsburg und TSV Langenhorn). Auftakt der Regionalligasaison 67/68 war dann gleich das Landesderby gegen den VfB; und 14000 Zuschauer waren auf dem Flugplatz.

Nachfolgend der Spielbericht aus den Lübecker Nachrichten vom 14.08.1967, Emil Simmermacher

Nur durch einen Elfmeter kam der favorisierte VfB im Lübecker Lokalderby zum Ausgleich
In der zweiten Halbzeit durchnässte ein böses Gewitter die 14000 bis auf die Haut

Das gab es beim LBV Phönix noch nie: fast 14000 Zuschauer und eine Einnahme von fast 40000 Mark! Aber auch das hatte Lübeck bisher noch nicht erlebt: ein böses Gewitter, das kurz nach der Pause die meist sommerlich gekleideten Zuscahuer bis auf die Haut durchnässte und für einen Augenblick sogar die Gefahr eines Spielabbruchs aufkommen ließ. Aber dieser Gewitterguß schien die VfBer, die als klare Favoriten in dieses Derby gegangen waren, endlich aufzuwecken. Eine Stunde lang hatten die Phönixer den besseren Fußball gespielt, boten sich ihnen bei insgesamt 7:1 Ecken die klareren Chancen. Sie führten durch ein Tor von Beyer in der 51. Minute auch verdient mit 1:0. Aber auf dem regenschwer gewordenen Rasen erlahmten dann die Kräfte der jungen Hinrichs, Nogly, Ihde und Co. Die Grünweißen drängten energisch  auf den Ausgleich, schafften ihn in der 67. Minute aber nur durch einen Elfmeter: Hinrichs hatte mit einem langen Bein versucht, Waberski den Ball abzunehmen, rutschte dem VfBer aber in die Beine und riß ihn
um. Den Strafstoß verwandlete Waberski selbst zum 1:1, unhaltbar für den großartigen, erst 20 Jahre alten Phönix-Torwart Schmidt. Aber zwei Minuten vorher hatte Nogly mit einem Bombenschuß nur den VfV-Pfosten getroffen - wäre in diesem Augenblick das 2:0 gefallen, die VfBer hätten den Ausgleich niemals mehr geschafft!


Phönix Lübeck: Schmidt - Blohm, Wedtke - Bordel, Pollert, Ohlsen - Beyer, Hinrichs, Saß, Nogly, Ihde. Ab 46. Minute Berner für Saß.

VfB Lübeck: Bomke - Link, Brinckmann, Freyer, Lindemann - Nielsen, Clasen - Waberski, Bednorz, Agurew, Hartz. Ab 88. Minute Hosung für den am Kopf verletzten Nielsen. Beide Seiten machten also von der Möglichkeit, einen Spieler auszutauschen, Gebrauch.

Tore: 1:0 Beyer (51. Min.) aus wenigen Metern nach feinem Flankenlauf von Ihde; 1:1 Waberski mit Elfmeter in der 67. Minute.

Schiedsrichter: Picker (Hamburg) leitete ausgezeichnet

Zuschauer: Fast 14000 - so viel wie noch nie auf dem Phönix-Platz! Schon gegen 14 Uhr begann der Anmarsch der Massen. In Lübeck war tatsächlich wieder so etwas wie ein Fußball-Fieber ausgebrochen. Phönix-Ligaobmann Horst Rothschädel hatte extra seinen Urlaub in Jugoslawien unterbrochen, um dabei zu sein: Freitag war er aus Split abgereist, am heutigen Montag fährt er die 2500 km zu seiner Familie zurück.

Eine Stunde lang sah es so aus, als sollte der überraschend selbstbewusst aufspielende Phönix die Partie gewinnen, zum ersten Male seit über 20 (!) Jahren wieder zu einem Punktspielsieg über den Lokalrivalen VfB kommen. Wenn der VfB am Ende doch ein insgesamt wohl auch gerechtes 1:1 erzielte, dann in erster Linie, weil die Mannschaft die größere Erfahrung besaß und auch kräftemäßig mehr zuzusetzen hatte.
Zumindest in der ersten Halbzeit stand das Spiel auf beachtlichem Niveau. Für den Saisonanfang war das schon eine ganze Menge, auch im Punkte Tempo. Dabei überraschte vor allem der Phönix, dessen junge Mannschaft keinen Respekt kannte, vom Anpfiff an selbstbewußt aufspielte und den VfB einige Male sehr schlecht aussehen ließ.
Nach der Pause wurde das Spiel auf dem schweren Boden ein wenig langsamer, häuften sich die Fehlpässe, aber nimmt man alles in allem, dann darf Lübeck mit diesem Derby zufrieden gewesen sein. Zumal es erfreulich fair (das war nicht immer so!) verlief. Auch das gab es bisher erst einmal: nach dem Spiel setzten sich die beiden Rivalen gemeinsam an die Kaffeetafel...

"Länderspiel-Stimmung" herrschte auf dem Phönix-Platz, als bei schönstem Wetter das Lokalderby angepfiffen wurde. Wer konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass nicht der VfB, sondern zuerst Phönix dominieren würde? Und dass es noch ein so böses Gewitter geben könnte?
Wie gesagt: zuerst "marschierten" die Phönixer, brachten sie mit ihrem gescheiten Spiel die VfBer einige Male in Bedrängnis. Großartig, wie Bomke in der 15. Minute eine Ihde-Bombe meisterte. Dann köpfte Hartz knapp über die Latte des Phönix-Tores.
Dramatisch war die 28. Minute: ein Kopfball von Hinrichs hatte Bomke schon passiert, aber Lindemann stand auf der Linie und rettete. Und gleich darauf pfiff eine Granate vin Nogly nur um Millimeter am VfB-Tor vorbei! 7:1 Ecken hatten die Phönixer bis zur Pause herausgespielt!
Nachd em Seitenwechsel stürmte Berner für den langen Saß. Und in der 51. Minute war es dann soweit: nach einem Fehler von Link war der ball zu Ihde gekommen, der auf und davon stürmte, den Ball flach nach innen gab - und Beyer ließ sich diese Chance nicht nehmen. Nun nahmen die VfBer endlich Bednorz, der sich bis dahin ausschließlich um Hinrichs zu kümmern hatte, mit nach vorn. Sie setzten mitten im Gewitter alles auf eine Karte.
Und das 1:1 schien fällig, als Wedtke einen Ball zu kurz zu Schmidt zurückspielte, Hartz dazwischensprang, Schmidt umspielte, nur noch das leere Tor vor sich hatte - aber den Pfosten traf!
Und wenig später hätte es auch 2:0 für den LBV heißen können, als Nogly mit einem prachtvollen 25-m-Flachschuß nur den Pfosten traf. In der 67. Minute fiel dann doch das 1:1 durch Waberskis Elfmeter - und von nun an sah es eher nach einem 2:1 für die VfBer aus, die das Eckenverhältnis auf 8:8 ausgleichen konnten, als nach einem Führungstor der etwas müde gewordenen, aber bis zum Abpfiff vorbildlich kämpfenden Phönixer. Nimmt man also alles in allem, dann geht dieses 1:1 schon in Ordnung. Es machte außerdem Appetit auf weitere Fußballtaten in Lübeck.

Glänzend beim VfB Bomke (der in der ersten Halbzeit viel zu tun bekam, nach der Pause aber nur wenig einzugreifen brauchte), Lindemann, Brinkmann, Freyer (vorbildlich fair diesmal!), Nielsen und Hartz, der das Phönix-Tor am meisten in Gefahr brachte und einge Male Pech hatte. Mehr erwartet hatte man sich von Agurew und Link, auch Clasen und Bednorz haben schon bessere Spiele geliefert.
Die Phönixer boten mehr, als man auf Anhieb von einem Aufsteiger erwarten konnte. Daß am Ende die Kräfte noch nicht reichten, darf (zumal auf diesem Boden) nicht überraschen. Aber spielerisch steckt in dieser entwicklungsfähigen Mannschaft doch eine ganze Menge.
Glänzend hielt Schmidt, der in der Schlussphase immer wieder im Brennpunkt stand. Gut auch Blohm (obgleich er den gefährlichen Hartz nicht immer halten konnte), der routinierte Bordel, der mit einer schmerzhaften Oberschenkelverletzung spielte, der umsichtige Pollert und Ohlsen. Im Angriff merkte man dem schnellen Ihde die lange Verletzungspause an. Hinrichs und Nogly hatten große, aber auch schwächere Szenen. Saß kam nicht wie erhofft ins Spiel, der schnelle Beyer wurde scharf gedeckt.

Es war eine gute, interessante Fußballkost, die hoffen lässt!

Link zur Abschlusstabelle Saison 67/68 :  http://vfb-luebeck.de/index.php?seid=8894

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Raoul Haagen  (spielte von 1984-88 für den Phönix Lübeck in der Verbandsliga)

Mit dieser Saison vollzog sich ein Umbruch beim Phönix. Viele junge Spieler wurden geholt (Schaufert, Flocken, Häring, N. Neuenfels, Haagen ). Einige Erfahrene bildeten das Korsett der Mannschaft (Grell, Wolters, Klingbiel, Brüggmann) von Trainer Jochen Aido. Zu Beginn der Saison ging es auch gut voran und wir befanden uns im Mittelfeld. Im weiteren reihte sich jedoch eine Niederlage an die andere und wir befanden uns auf einem Abstiegsplatz. "Manni Bomke übernahm das Traineramt und Punkt um Punkt robbten wir uns ans rettende Ufer. Das nachfolgende Spiel ist für mich immer noch das spektakulärste, dass ich je miterlebt habe und war für den Verein immens wichtig, denn so konnten nicht nur die jungen Spieler gehalten werden, sondern in den Folgejahren immer wieder junge Spieler eingefügt werden und jeweils obere Tabellenplätze in der Verbandsliga erreicht werden.

Nachfolgend der Spielbericht aus den Lübecker Nachrichten vom 21.05.1985, Rudolf Moll

Jubel und Niedergeschlagenheit wechselten beim dramatischen Saisonabschluß in Plön und Pansdorf in rascher Folge ab:

TSV Pansdorf fehlte nur ein "Törchen"
Der 1. FC Phönix Lübeck rettete sich in der 92. Minute, aber der Neuling muß sofort wieder absteigen

Lübeck. Dieses Finish in der Fussball-Verbandsliga ging noch einmal so richtig an die Nerven: Während der 1. FC Phönix Lübeck nach 88 Minuten und einem 1:2 Rückstand in Plön schon wie ein Absteiger aussah und entsprechend aufdes Gegners Plätzen auch schon abgefeiert wurde, siegte der TSV Pansdorf zwar gegen den VfR Neumünster mit 2:1, war wenig später aber der große Verlierer. Die Lübecker schafften nämlich in Plön noch sensationell zwei Tore und der letztjährige Vizemeister BW Friedrichsstadt hatte bei
Punkt - und Torgleichheit letztendlich zwei Tore mehr geschossen und sich damit die Klasse für ein weiteres Jahr erhalten.


Plön. Schier Unglaubliches ereignete sich im letzten Saisonspiel des 1. FC Phönix Lübeck beim TSV Plön. Der Gastgeber führte bis zur 88. (!) Minute 2:1 und damit waren die Lübecker abgestiegen.
Aber Häring und Schaufert, der in der 92. Minute mit einem Verzweiflungsschuß Erfolg hatte, drehten den Spieß noch zu einem 3:2 Sieg der Phönixer um.
Nach diesem Tor pfiff der Unparteiische gar nicht mehr an und im Mittelkreis warfen sich Spieler und Phönix-Anhänger auf den Torschützen. Nur einer nahm zunächst nicht am Jubel teil: Trainer Bomke hon die Hände vors Gesicht und Tränen der Freude kullerten auf seine durchschwitzte Trainingsjacke. Zunächst blieb "Manni" aber noch stumm. Erst dann sagte er mit leiser Stimme:" Das kann doch nicht wahr sein. So etwas habe ich in meiner Laufbahn noch nie erlebt und geweint habe ich beim Fußball auch noch nie."
Die Regungen des ansonsten hartgesottenen Phönix-Trainers waren nur zu verständlich, denn nach dem 0:1 durch Falk (80.) schien bereits alles aus und Ligabetreuer Peter Kremer sagte:" Jetzt sind wir weg." In der gleichen Minute sah außerdem Vorstopper Wolters wegen Schiedsrichterbeleidigung die rote Karte, aber bereits im Gegenzug markierte Klingbiel mit dem Knie das 1:1. Und in der 85. Minute dann sogar das 1:2 durch Seidel. Aufregender ging es nun wirklich nicht.
Während die Phönix-Spieler in der Kabine lauthals den Klassenerhalt feierten, schlürfte Trainer Bomke genüsslich einen Weinbrand und eine Tasse Kaffee. Dann resumierte er :" Jetzt erst begreife ich, dass wir auch in der kommenden Saison in der Verbandsliga spielen werden."

So spielten sie:

TSV Plön: Hesse - Lange - Wittstock, Bünning, Labs - Bachmann (70. Jörg Klindt), Fett (60. Linsker), Volker Klindt - Seidel, Wehrend, Falk

Phönix Lübeck: Grell - Schaufert - Haagen, Wolters, Kistenmacher - Niels Neuenfels, Mehlfeld, Brüggmann - Delf Neuenfels (72. Flocken), Klingbiel (89. Reinke), Häring

Schiedsrichter: Stark (Wahlstedt)

Link zur Abschlusstabelle Saison 84/85: http://vfb-luebeck.de/index.php?seid=8911

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